Presseechos

Eine Zuneigung (ja, das gibt’s zum Schrecken mancher) von Schauspielern, Autoren, Lesern und höchst aufmerksamen Zuhörern (kein Krawall-Husten, kein Grusel-Räuspern) hebt das , was als furchtbar empfunden wurde in die Fruchtbarkeit der Erfahrung. Goldegg (die Gemeinde ist gar nicht so engagiert), Susi und Sepp Schellhorn vom Seehof, dem Suhrkamp und Korrektur Verlag ist einfach zu sagen: Dankeschön! Es war eine Erregung und eine Erfreuung – das Wort gibt es zwar nicht, das macht aber gar nichts.

29.09.2015 Kronen Zeitung, Hans Langwallner

… Zu Lebzeiten war Thomas Bernhard in Goldegg nicht sehr beliebt. In seinem Roman „Frost“ beschrieb er die Bevölkerung von Goldeggweng als „kleinwüchsige Inzucht-Produkte“. Den Ortsteil Wenig selbst als „verstörend und bedrückend“ – das brachte ihm ein lebenslanges Aufenthaltsverbot in der Pongauer Gemeinde. Umso reizvoller sei es, sich gerade hier mit dem provokanten Schriftsteller auseinanderzusetzen, fand der Initiator des Thomas-Bernhard-Festivals, Sepp Schellhorn: „Es war damals kritisch, aber die Aufarbeitung hat auch etwas Positives bewirkt. Und zwar einen Zusammenhalt und einen Diskurs über das Ganze.“…

Thomas-Bernhard-Festival: Schauspielelite zu Gast
26.09.2015 ORF.at

In seinem letzten Stück „Herz sticht. Ein Ausspiel“ setzte Albert Ostermaier eine Hommage an den „Seehof“, sein neuestes Werk, die Komödie „Schuldiger“ soll nun eine Anspielung an Wirt Sepp Schellhorn sein. „Er hat mir gegenüber so eine Andeutung gemacht. Ich hab′s allerdings noch nicht gelesen, und lasse mich so am 26. September gerne überraschen!“ In erster Linie geht es bei der mittlerweile 4. Auflage von „Verstörungen“ in Goldegg aber natürlich um Thomas Bernhard. Der deutsche Theatermacher und Lyriker Ostermaier hat sich letztes Jahr bei seinem Debüt von diesem magischen Ort so verzaubern lassen, dass er heuer gleich die Intendanz übernahm …

Im Rausch der „Verstörung“
22.09.2015 Kronen Zeitung, Hans Langwallner

Ein TV Beitrag in den ORF Seitenblicken.

Verstörungen 2013
11.10.2013 tvthek.orf.at

… Vor 25 Jahren (am 4. November 1988) wurde Thomas Bernhards „Heldenplatz“ uraufgeführt, erinnerte Raimund Fellinger. Die Uraufführung im Burgtheater war zugleich der letzte öffentliche Auftritt des Autors. „Dem ging ein Kulturkampf voraus, der mit dem Erfolg des Autors endete.“ Das Heldenplatz-Jubiläum sei der Anlass gewesen, das Stück zum Ausgang der zweiten Auflage des Festivals „Verstörungen“ zu machen. …

Auf dem Heldenplatz in Goldegg
24.9.2013 drehpunktkultur.at

… Im Publikum sitzen einige in Bernhardschen Tweed-Jacketts, wenig Einheimische, mancher hat dem Schriftsteller das „Kleinwüchsige“ und „Schwachsinnige“ noch nicht verziehen. Und dann gibt es die großen Bernhard-Narrischen, wie Sepp Schellhorn, der mit seiner Frau Susi Schellhorn das Fest veranstaltet. Ihr Berghotel „Der Seehof“ ist das Epizentrum eines längst vergessenen Gefühls, in dem sich die Welten zwanglos verbinden. An der Bar stehen Schauspieler, Fischer, Herrenschneider, Maler und Verleger trinkend, redend und auch singend. Er kommt vor, dass man sich den Kalbskopf teilt. Kultur entsteht hier, wie sie im besten Sinne entsteht, aus dem Herzen, aus dem Augenblick heraus. …

Sit-in mit Kalbshirn / Carmen Stephan
22.9.2013 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung / faz.de

… Goldegg: ein Idyll. Ein Moorsee inmitten grüner, runder, mittelhoher Berge. Schmucke, frisch verputzte Gehöfte, ein restauriertes Schloss, ein hoch aufragender Kirchturm. Alles duftig, frisch, sauber. Und dann beginnt man mit der Lektüre von Thomas Bernhard. Verstörungen. Mehr und mehr verdüstert sich die Stimmung. Eine Stimmung wie kurz vor einem ausbrechenden Gewitter. Das Grauen kriecht herauf wie der beladene Traktor aus Schwarzach. „Die Katastrophe fängt damit an, dass man aus dem Bett steigt“, liest Jens Harzer, der in den ersten 2000er-Jahren im Salzburger „Jedermann“ den Tod spielte, aus Thomas Bernhards frühem Roman „Verstörungen“. …

Thomas-Bernhard-Fest: Höfliche Aufforderung zur Einsicht
22.9.2013 DiePresse.com

… Goldegg: ein Idyll. Ein Moorsee inmitten grüner, runder, mittelhoher Berge. Schmucke, frisch verputzte Gehöfte, ein restauriertes Schloss, ein hoch aufragender Kirchturm. Alles duftig, frisch, sauber. Und dann beginnt man mit der Lektüre von Thomas Bernhard. Verstörungen. Mehr und mehr verdüstert sich die Stimmung. Eine Stimmung wie kurz vor einem ausbrechenden Gewitter. Das Grauen kriecht herauf wie der beladene Traktor aus Schwarzach. „Die Katastrophe fängt damit an, dass man aus dem Bett steigt“, liest Jens Harzer, der in den ersten 2000er-Jahren im Salzburger „Jedermann“ den Tod spielte, aus Thomas Bernhards frühem Roman „Verstörungen“. …

Thomas-Bernhard-Fest: Höfliche Aufforderung zur Einsicht
22.9.2013 DiePresse.com

… Das Festival „Verstörungen“ von Kulturarbeiter, Hotelier und Haubenkoch Sepp Schellhorn wird heuer seinem Namen voll gerecht. Man höre, staune und sei leicht verstört: Der Schriftsteller, Aufrührer und Nestbeschmutzer Thomas Bernhard sei ein Patriot und konservativer Mensch mit großer Liebe zu Österreich gewesen. Das haben nun überraschenderweise in Goldegg bei einem Podiumsgespräch zwei einstige politische „Erzfeinde“ wie Claus Peymann und Andreas Khol gemeinsam festgestellt. Droht Bernhard nun ein Schicksal wie Mozart in Salzburg? Vom verfemten Avantgardisten zum Geheiligten und kommerziell Genutzten? …

Thomas Bernhard: „Kulturkampf“ beendet
16.9.2013 orf.at

… Nein, Sie sind nicht auf der falschen Seite gelandet, hier sind nicht die Kulturempfehlungen fürs Wochenende. Doch eignet dieses Fest auch eine kulinarische Facette, die es erwähnenswert macht.
Denn es wird unter anderem gefördert und mitveranstaltet vom Goldegger Wirtseheppar Susi und Sepp Schellhorn, für Gault Millau-Leser keine Unbekannten. Ihr Seehof ist seit einigen Jahren zwei Hauben wert.
Zwischen Lesungen und Diskussionen empfiehlt es sich zu essen wie der Schriftsteller Bernhard, der in fast allen seinen Stücken und Büchern das Thema Wirtshaus und Essen einarbeitete. …

Eine Suppe mit Bernhard
9.2013 gaultmillau.at

… Der 21-jährige Sohn eines steirischen Landarztes begleitet seinen Vater zu Visiten und erlebt Krankheit als umfassendes, Körper und Geist durchdringendes Phänomen. In seinem Roman „Die Verstörung“ (1967) beschreibt Thomas Bernhard (1931-1989) auch die zerstörerische Wirkung der Heimat, Österreich, des Landes, in dem man lebt. „Ein Fest für Thomas Bernhard“ widmet sich in seiner zweiten Ausgabe von 19. bis 22. September auf Schloss Goldegg im Salzburger Pongau u. a. diesem Roman. …

„Heldenplatz“ bei Thomas-Bernhard Festival in Goldegg
11.9.2013 Salzburg.com

Jener Thomas Bernhard, der in Erinnerung bleibt (also durchaus schimpfend), hatte seine Geburtsstunde im Mai 1963 – mit „Frost“. Zwar erschien der Roman nur in einer Auflage von 2000 Stück, aber er erregte Aufsehen. Auch im oberösterreichischen Ort Weng, wo Bernhards Figur, der Maler Strauch, nur Kretins und Todgeweihte zu erkennen glaubte. …

Thomas Bernhard: Auf dem Weg zu „Frost“
21.5.2013 Kurier.at

… Das begann schon zu Zeiten, als Bernhard wegen seinen spitzen Feder – auch gegen alte und neue Nazis – in der Region noch als Nestbeschmutzer diffamiert wurde, weil er es gewagt hatte, manche Dinge des Land- und Stadtlebens zu beschreiben und auch zu kritisieren. Die oft auch idyllische Region um Goldegg wurde auch nicht verschont, weil Bernhard im nahen St. Veit-Grafenhof einige Jahre in der Lungenheilanstalt zubringen musste. Die darüber und über Charaktere unter Einheimischen entstandenen Texte eignen sich kaum für Hochglanz-Broschüren alpiner Tourismswerbung. …

Bernhard: Vom Feindbild zum Heimatdichter
10.5.2013 orf.at

… Tatsächlich formulierte Bernhard wenig schmeichelhafte Gedanken wie: „Mich erschreckt diese Gegend, noch mehr die Ortschaft, die von ganz kleinen, ausgewachsenen Menschen bevölkert ist, die man ruhig schwachsinnig nennen kann.“ Der von der Gemeindevertretung der 60er Jahre befürchtete Imageschaden für den Fremdenverkehr dürfte sich aber genau 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung von „Frost“ in sein Gegenteil verkehrt haben …

Bernhards „Frost“: Lesung in Goldegger Wirtshäusern
9.5.2013 Salzburg.com

… Und nach St. Veit, ins Sanatorium, kam er 1949 keineswegs freiwillig.

Er war gerade mal achtzehn Jahre alt, hatte seinen kaufmännische Ausbildung noch nicht abgeschlossen, nahm aber bereits seit geraumer Zeit Gesangsunterricht in Salzburg. Als er in die Lungenheilanstalt Grafenhof eingewiesen wurde, hat er nicht überrissen – damals wurden noch kaum Antibiotika eingesetzt -, dass der Aufenthalt nicht ein paar Wochen, sondern zwei bis drei Jahre dauern würde. Bernhard wusste, wenn er nicht weiter singen würde, wäre seine bisherige Ausbildung umsonst gewesen. Also schlich er sich zur Organistin Anna Janka, um dort Gesangsstunden zu nehmen – dabei war das den Patienten wegen der Ansteckungsgefahr strengstens verboten. Die Spazierwege hatten alle Verbotstafeln. Zunächst sang er in der Kirche, bis er verpfiffen wurde, dann besuchte er die Organistin in ihrem Zimmer im Armenhaus. Die Ärzte warnten ihn: Das Singen könne seinen Tod bedeuten. Aber er war halt als Künstler eigenwillig und ist trotzdem weiter hingegangen. …

Neues Festival für den Großdichter
12.9.2013 FAZ.net